Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik (m/w/d) und
Tiefbaufacharbeiter/in (m/w/d) Schwerpunkt Kanalbauarbeiten für Infrastrukturtechnik
im Überblick
Kanalbauerinnen und Kanalbauer für Infrastrukturtechnik sorgen dafür, dass Abwasser sicher und umweltgerecht abgeleitet wird. Sie bauen und sanieren Kanalsysteme, verlegen Rohrleitungen, stellen Schachtbauwerke her und sichern Baugruben und Gräben ab. Dabei arbeiten sie sowohl im Neubau als auch in der Sanierung und Instandsetzung auf unterschiedlichen Baustellen.
Die Ausbildung findet an mehreren Lernorten statt – im Ausbildungsbetrieb, in der Berufsschule und in der überbetrieblichen Ausbildung am Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster. Ab dem 1. August 2026 gilt die neu geordnete Ausbildungsordnung mit modernisierten Inhalten und einer neuen Prüfungsstruktur .
Der Lehrbauhof ergänzt die betriebliche Ausbildung. Hier vertiefen Auszubildende ihre praktischen Fertigkeiten, üben typische Arbeitstechniken und bereiten sich gezielt auf die gestreckte Abschlussprüfung vor.
Was ist der Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung?
Der Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster ist eine überbetriebliche Bildungsstätte für das Baugewerbe. In Werkstätten, auf Übungsflächen und in Schulungsräumen vermitteln erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder praktische und theoretische Inhalte.
Auszubildende aus verschiedenen Betrieben lernen hier gemeinsam. So entsteht ein Austausch über Baustellen, Arbeitsweisen und Erfahrungen. Die Lehrgänge am Lehrbauhof sind ein wichtiger Baustein der Kanalbauerausbildung und ergänzen die Ausbildung im Betrieb sowie den Unterricht in der Berufsschule.
Die beiden Ausbildungswege im direkten Vergleich
Prüfungsbereiche im Vergleich
Tiefbaufacharbeiter/in (Abschlussprüfung nach 2 Jahren)
Die Abschlussprüfung umfasst die Prüfungsbereiche „Herstellen von Baukörpern“ und „Durchführen von Tiefbauarbeiten“ sowie „Wirtschafts- und Sozialkunde“ .
Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik (Gestreckte Abschlussprüfung)
Teil 1 (im vierten Ausbildungshalbjahr, 40 % der Endnote):
- „Herstellen von Baukörpern und Durchführen von Tiefbauarbeiten“ – mit einem praktischen Teil (7 Stunden) und einem schriftlichen Teil (120 Minuten)
Teil 2 (am Ende der Ausbildung, 60 % der Endnote):
- „Herstellen von Kanalleitungen, Schacht- und Sonderbauwerken“ (30 %)
- „Durchführen von Kanalbauarbeiten“ (10 %)
- „Wirtschafts- und Sozialkunde“ (10 %)
Die genaue Gewichtung und Struktur entnehmen Ausbildungsbetriebe und Auszubildende der aktuellen Ausbildungsordnung bzw. den Informationen der zuständigen Stelle.
Das lernst du am Lehrbauhof
Die folgenden Inhalte gelten für beide Ausbildungswege – beim Kanalbauer werden sie vertieft und erweitert:
- Baustellen einrichten, sichern und räumen
- Gräben und Baugruben ausheben und verbauen
- Abwasserleitungen und Druckrohrleitungen einbauen
- Rohre aus Beton, Steinzeug, Kunststoff und Metall verlegen
- Schachtbauwerke aus Fertigteilen, Stahlbeton und Mauerwerk herstellen
- Kabelschächte herstellen und Kabelschutzrohre auslegen
- Wasserhaltung durchführen und überwachen
- Rohrleitungen und Schächte prüfen
- Kanäle sanieren und instand setzen
- Korrosions- und Chemikalienschutz
- Aushubarbeiten, Verfüllen und Verdichten von Bodenmassen
- Böschungen anlegen
- Straßen- und Gehwegoberflächen wiederherstellen
- Bauzeichnungen und technische Unterlagen lesen, auch digital
- Maschinen, Geräte und Werkzeuge einsetzen und pflegen
- Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz beachten
- Prüfungsrelevante Übungsaufgaben bearbeiten
- Arbeiten im Team auf der Übungsbaustelle
Die überbetrieblichen Lehrgänge umfassen unter anderem Grundlagen des Schalungsbaus, Bewehrens und Betonierens, der Herstellung von geböschten und verbauten Gruben und Gräben, der Herstellung von Ver- und Entsorgungsleitungen, einfache Schachtmauerwerke, Grundlagen des Mauerwerksbaus, Messungen mit analogen und digitalen Messgeräten sowie Grundlagen der Herstellung von Verkehrswegen .
Warum am Lehrbauhof lernen?
- Praxisnahe Übungen in geschütztem Rahmen
- Vertiefung von Grundfertigkeiten
- Moderne Werkstätten und Übungsflächen
- Erfahrene Ausbilderinnen und Ausbilder
- Austausch mit Auszubildenden aus anderen Betrieben
- Gezielte Vorbereitung auf die Abschlussprüfung (Tiefbaufacharbeiter) bzw. die gestreckte Abschlussprüfung (Kanalbauer)
- Enge Zusammenarbeit mit Betrieben und Berufsschulen
Was du mitbringen solltest
Die Anforderungen gelten für beide Ausbildungswege gleichermaßen:
- Ausbildungsvertrag mit einem anerkannten Ausbildungsbetrieb
- Hauptschulabschluss oder vergleichbarer Abschluss – je nach Betrieb
- Interesse an Bau, Technik und praktischer Arbeit
- Interesse an Maschinen und Baugeräten
- Handwerkliches Geschick
- Körperliche Fitness
- Sorgfalt, Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit
- Bereitschaft, früh aufzustehen und bei jedem Wetter draußen zu arbeiten
- Deutschkenntnisse für Berufsschule, Lehrgänge und Sicherheitsunterweisungen
Deine Perspektiven nach der Ausbildung
Nach dem Abschluss als Tiefbaufacharbeiter/in
- Direkter Berufseinstieg als Tiefbaufacharbeiter/in in einem Tiefbau- oder Kanalbauunternehmen
- Fortsetzung der Ausbildung zum Kanalbauer für Infrastrukturtechnik (m/w/d) – Verlängerung um 12 Monate, Anrechnung möglich
- Weiterbildung zum Vorarbeiter, Polier oder Meister (mit entsprechender Berufserfahrung)
- Weiterbildung zum Techniker oder Studium im Bauingenieurwesen
Nach der Abschlussprüfung als Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik
- Arbeit als Kanalbauer (m/w/d) in einem Tiefbau- oder Kanalbauunternehmen
- Arbeit in kommunalen Betrieben oder der Abwasserwirtschaft
- Spezialisierung, z. B. Kanalsanierung, Schachtbau, Rohrleitungsbau oder Wasserhaltung
- Weiterbildung zum Vorarbeiter, Polier oder Meister
- Weiterbildung zum Techniker oder Studium im Bauingenieurwesen
- Fort- und Weiterbildungslehrgänge am Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster
Für Ausbildungsbetriebe
Der Lehrbauhof unterstützt Ausbildungsbetriebe bei der überbetrieblichen Ausbildung – sowohl für Tiefbaufacharbeiter/innen als auch für Kanalbauer/innen für Infrastrukturtechnik. Betriebe können ihre Auszubildenden zu Pflicht- und Wahllehrgängen anmelden. Die Lehrgänge ergänzen die betriebliche Ausbildung und bereiten die Auszubildenden auf die gestreckte Abschlussprüfung und den Baustellenalltag vor. Die überbetriebliche Ausbildung ist ab 2026 verbindlich auf 30 Wochen festgelegt .
Kontakt und Anmeldung
Du interessierst dich für eine Ausbildung im Kanalbauerhandwerk – ob als Tiefbaufacharbeiter/in oder als Kanalbauer/in für Infrastrukturtechnik? Dann bewirb dich bei einem Ausbildungsbetrieb in der Region. Dein Ausbildungsbetrieb meldet dich zu den überbetrieblichen Lehrgängen am Lehrbauhof an.
Bei Fragen zu Lehrgängen, Anmeldung oder Ausbildung wende dich an:
Lehrbauhof der Baugewerbe-Innung Münster
Daimlerweg 27
48163 Münster
Telefon: 0251 9795 0
E-Mail: info@lbh-muenster.de
